Valie Export

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VALIE EXPORT starb am 14. Mai 2026 wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag. Ein KUSO-Nachruf.

† RIP VALIE EXPORT (1940–2026) †

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Zurück bleibt eine Welt, deren patriarchaler Quellcode von ihr für immer gehackt, zerschreddert und neu kompiliert wurde.

Wenn ein Magazin den Namen KUSO trägt (was im Japanischen bekanntlich für „Scheiße“ steht, weil man die Dinge beim Namen nennen muss), dann gibt es keine passendere Künstlerin zu ehren als VALIE EXPORT. Ihr ganzes Leben war ein einziger, genialer Akt des Aufbegehrens gegen das, was in der Gesellschaft gehörig schiefläuft. 

#echtkuso: Den Spießbürgern den Spiegel vorhalten

VALIE EXPORT hat sich nie verbiegen lassen. Während die etablierten, männlich dominierten Kunstkreise der 1960er-Jahre Frauen oft nur als schmückendes Beiwerk sahen, trat sie an, um diesen Missstand sichtbar zu machen. Sie zeigte ohne Filter auf, was in einer verklemmten Gesellschaft verlogen und unrecht war. 

  • Radikaler Namenswechsel: 1967 strich sie die Namen ihres Vaters und Ex-Mannes aus ihrer Identität. Sie erfand sich selbst als Markenprodukt: VALIE EXPORT, provokant platziert auf einer Zigarettenschachtel. Eine Kampfansage an die männliche Besitznahme.

BEST OF GLITCH: PERFORMANCES THAT BROKE THE INTERNET (BEFORE THE INTERNET)

  • Tapp- und Tastkino (1968): Die analoge Version von OnlyFans, aber als radikale Medienkritik. Greif zu, aber sieh mir dabei verdammt noch mal in die Augen. Der voyeuristische Blick wurde direkt gecrasht.
  • Hundigkeit (1968): Peter Weibel an der Leine durch Wien führen. Wer ist hier eigentlich das Haustier der Gesellschaft? Maximaler Cringe-Faktor für das Spießbürgertum.
  • Genitalpanik (1969): Aktionshose offen, Sturmgewehr im Anschlag. Keine Kompromisse. Kein Content für deinen Male Gaze. Reine, ungefilterte Konfrontation.

Das Team von KUSO – KunstSozial betont immer wieder, dass gesellschaftlicher Wandel dort beginnt, wo man aufhört, Dinge schönzureden. VALIE EXPORT war die Meisterin dieser Disziplin. Ihre Kunst tat weh, sie kratzte am Lack der Gemütlichkeit und sie war ungemütlich – genau so, wie unabhängige Kultur sein muss.

Valie Export Adjungierte Dislokationen (c) Hermann Hendrich

Sie hat Türen für nachfolgende Generationen aufgestoßen, lehrte als Professorin und hinterlässt mit dem VALIE EXPORT Center in Linz einen bleibenden Ort für freie, kritische Forschung.

VALIE EXPORT ist nicht mehr da, aber ihr Werk bleibt eine laute, unüberhörbare Stimme gegen die Ignoranz. Sie hat gezeigt, dass Kunst Grenzen verschieben kann. 

Foto Credit Titelbild: Albertina: VALIE EXPORT. Retrospektive (23.6. – 2.10.2023) Foto: eSeL.at – Lorenz Seidler

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