Letzte Woche fand die Vernissage zur Ausstellung „Of Love and Care“ im Bildmuseum in Umeå statt. Die Ausstellung zeigt Werke der Absolvent:innen an der Kunsthochschule der Universität Umeå. KUSO war dabei und hat sich die Ausstellung angesehen. Den ganzen Beitrag kannst du hier nachlesen.
Jenseits von Newsfeed
In der Ausstellung „Of Love and Care“ finden sich Spuren uralter Gedanken über das Leben – alltägliche Phänomene und eine Existenz jenseits des Messbaren. Die Künstler:innen bewegen sich jenseits von Newsfeeds und sozialen Medien und entfernen sich weiter von den offen politischen und konsumorientierten Botschaften, die unsere Zeit so stark prägen. Stattdessen werden wir hier im Bildmuseum von einer Generation von Künstler:innen empfangen, die Liebe, Fürsorge, Staunen, Frustration und Geheimnis widerspiegeln. Sie bringen das Wunder des Daseins zum Ausdruck, indem sie offenbaren, was in den Falten und Lücken zwischen konkreter Realität und abstrakten Emotionen verborgen liegt. Vielleicht ist dies einfach ein Akt der Wiederverzauberung der Welt.
Im Rahmen des Masterstudiengangs haben die Studierenden Bilder, Filme, Tonaufnahmen und Skulpturen zu Themen geschaffen, die sie tief bewegen. Nach dem Experimentieren mit Materialien, Formen und Inhalten haben sie im Dialog miteinander und mit ihren Lehrenden herausgefunden, was sie ihrem Publikum zeigen möchten.
Die diesjährige Ausstellung der Kunsthochschule der Universität Umeå präsentiert Werke von Christian Abrahamsson, Amanda Angeli Blombäck, Time Bohlin, Renan De Menezes Anan, Elna Dani Liljedahl, Joanne Löfling, Måns Palmberg, Sofia Tien, Fanny Åberg und Tin Åling, die alle den Masterstudiengang Bildende Kunst abschließen. Kuratorin der Ausstellung ist Künstlerin und Professorin an der Universität Maria Lantz.
Wer sind die Künstler:innen?
Die Vernissage öffnete mit einer Ansprache der Leiterin des Museums, Katarina Pierre und Per Nilsson, Leiter der Universität für Bildende Kunst. Maria Lantz, Kuratorin der Ausstellung und Professorin an der Universität, präsentierte die Ausstellung.
KUSO war mit dabei auf der Vernissage im Bildmuseum und traf einige der anwesenden Künstler:innen. Hier findest du eine Auswahl der Beiträge.
Waldwanderer
In ihren Ölgemälden bearbeitet die Künstlerin Sofia Tien große, bunte Gemälde. Malen versteht die Künstlerin als Prozess, den sie jedoch nicht ganz verstehen möchte. Malen werde für sie ein Austausch zwischen Künstler:in, Material, Bewusstsein und Unbewusstsein. In ihrer Performance hinterfragt sie zwischenmenschliche Beziehungen. „Ich erinnere mich an ein Interview mit einem Priester, der über menschliche Beziehungen gesprochen hat, die sich sehr nahe sind und sich wahrscheinlich am besten kennen. Dennoch herrscht eine Distanz zwischen ihnen. Er betonte, wie wichtig es sei, Respekt für das Mysterium des anderen zu zeigen“, so die Künstlerin.
Musik und Wasser
Für Elna Dani Liljedahl ist die Grenze zwischen Leben und Kunst dünn, fast aufgelöst. Klänge, Musik, Stimmen, Rituale … die eigene Stimme, der Körper und die Interaktionen mit der Umgebung sind ebenso wichtig wie die Bühnenbilder, Textilskulpturen, Tätowierungen und die Musik, die Liljedahl schafft. Der Ausdruck des eigenen Körpers ist somit verflochten mit dem seiner Künstlerkollegen und Bandmitglieder, mit Freunden und mit uns um sie herum, dem Publikum.
In der Videonstallation „Ändlost svall“ [Endloses Wogen] arbeitet der Linjedahl mit Musik und Video. Wie wirken Musik und Wasser aufeinander? In der Videoinstallation geht der Künstler und Musiker dieser Frage nach. Über zehn Jahre lang sammelte er Material aus verschiedenen Bandproben. In der Installation sieht man Wellen, die langsam in Bilder übergehen. Die Töne dahinter wirken sphärisch.
Zusammen halten
In Fanny Åbergs Videoinstallation, in der sie Textilien verknüpft und zusammennäht, spricht sie über die uralte Tradition der Textilherstellung durch Frauen. In ihrem Werk verschmelzen die Rolle der Frau, Gesellschaft, Körper und Seele miteinander. Sie reflektiert über die Grenzen zwischen ihrem eigenen Körper, der Psyche und den gesellschaftlichen Normen, mit denen wir leben. Åberg hat persönliche Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen, bleibt aber nicht im Autobiografischen. Sie nutzt ihre Erfahrungen, um Licht auf zeitgenössische soziale Strukturen und medizinische Einrichtungen zu werfen, und in mehreren ihrer Werke hat sie – mit offenem Geist und großer Neugier – untersucht, wie psychisch kranke Frauen im Laufe der Geschichte beurteilt, behandelt und dargestellt wurden.
© Fanny Åberg. Courtesy of the artist. Photo: Peter Stridsberg.
Gemaltes Stillleben
Der Künstler Måns Palmberg malt farbenprächtige, fast schon surrealistisch anmutende Bilder. Seine Werke sind eine wachsende Sammlung an Dingen, die er auf dem Flohmarkt gefunden hat. Figuren, Skulpturen und verschiedene Materialien. Er arrangiert die Objekte auf seinem Tisch im Studio solange, bis er ein Motiv findet, das sich für ihn aufregend anfühlt, zu malen.
Identität, Herkunft und Multikulturalismus
Renan de Menezes Anan ist ein japanisch-brasilianischer Künstler. In seinen Skulpturen arbeitet er mit Stahl, Kupfer, Bronze, Holz und Leder. Japanische und südamerikanische Einflüsse spiegeln sich in seinen Werken wider.
Of Love and Care
Die Ausstellung der Kunsthochschule der Universität Umeå zeigt Werke der Künstler:innen des Masterstudiengangs Bildende Kunst. Die Ausstellung findet von 22.05.-23.08.2026 statt.
Östra Strandgatan 30B
903 33
Umeå
Geöffnet: Mittwoch – Sonntag, 12-17 Uhr
https://www.bildmuseet.umu.se/utstallningar/2026/konsthogskolan-umea/
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